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Wo der Glaube etwas kostet (3) Laos |
Das dritte Land, das wir im Rahmen dieser Artikelserie vorstellen, rückt eine Realität
ins Bewusstsein, die viele Menschen bereits der Geschichte zuordnen, da Ende
2001 bereits der zwanzigste Jahrestag des Berliner Mauerfalls gefeiert wird: der
Kommunismus. Laos ist einer der letzten fünf kommunistischen Staaten der Welt
und außerdem eines der ärmsten Länder dieses Planeten. Auf unserem weltweiten
Verfolgungsindex nimmt es Platz 8 ein.
LänderinfoGesamtbevölkerung: <7 Millionen
Buddhisten: 67%
Animisten und andere: 31%
Christen: < 2%
Laos heuteDie Mehrheit der Bevölkerung wohnt in
einer ländlichen Umgebung und sichert
ihren Lebensunterhalt durch die Landwirtschaft.
Das Land ist noch sehr abhängig
von ausländischer Hilfe, die in der Hauptsache
die Gehälter der Regierungsangestellten
und des Militärs und erst danach
die Entwicklungsprojekte finanziert.
Laos war eine französische Kolonie, die
zusammen mit Vietnam und Kambodscha
Indochina bildete. Seit 1975, mit der
Machtübernahme der Kommunisten, versucht
die Regierung jegliche Form der
Religion auszumerzen. Zwei Volksgruppen
sind besonders betroffen:
- Der Stamm der Hmong, nicht nur in
Laos, sondern auch in Vietnam, China
und Birma (Myanmar). Diese intensive
Verfolgung hat ihren hauptsächlichen
Grund in der engen Verbindung, die
diese Volksgruppe während des Vietnamkriegs
mit den USA eingegangen waren.
Sie sind als ein stolzes und tapferes
Bergvolk bekannt und waren deshalb
während des Vietnamkrieges von den
amerikanischen Truppen rekrutiert und
eingesetzt worden. Sie werden heute
alle für Christen gehalten und als Bedrohung
für die Regierung angesehen.
- Die Volksgruppe der Khmu, obwohl einer
der wichtigsten Stämme in Laos,
wird dennoch als einer der am wenigsten
entwickelten betrachtet. Aber diese
Volksgruppe stellt die Mehrheit der
Christen des Landes; nach Schätzungen
gibt es ungefähr 120.000 Christen
unter den Khmu.
Trotz der Verfolgung steigt die Zahl der
Christen erfreulicherweise um schätzungsweise
2000 bis 2500 pro Jahr.
Reisebericht
Oktober 2008
Der erste Eindruck, den man bei der Ankunft
in Laos hat, ist der einer Zeitreise in die
Vergangenheit. Wenn man die Hauptstadt
Vientiane verlässt, befährt der Bus eine
Straße aus einer Mischung von Steinen, Erde
und Löchern. Entlang der Straße ziehen in
gemächlicher Geschwindigkeit die Behausungen
vorüber; so kann man malerische
Szenen des hiesigen Lebens beobachten.
Tiere kreuzen die Fahrbahn vor dem Bus,
Kinder spielen überall, die Schulkinder, mit
ihren Uniformen mit weißem Hemd, kommen
in Gruppen mit dem Fahrrad nach
Hause. Die Bauern arbeiten mit den Füßen
im Wasser der zahlreichen Reisfelder. Keiner
von ihnen ist Eigentümer des Landes; wer
das Feld bebaut ist nur für eine bestimmte
Zeit der Pächter. Ein auffallender Kontrast
zur Einfachheit der kaum beleuchteten
Häuser: die großen Satellitenschüsseln, die
das Land mit der ganzen Welt verbinden.
Wir machen die Bekanntschaft von Christen
aus den Stämmen der Hmong und Khmu,
die wir besuchen. Ein Dolmetscher übersetzt
in ein schwaches Englisch. Ihre Sprache,
das Hmong, hört sich an, als würde es eher
gesungen als gesprochen, vor allem bei
den Frauen; man erklärt uns, dass sie acht
verschiedenen Tonhöhen benutzen. Die
Einwohner von Laos sind sehr jung, durchschnittlich
zwischen
30 und 35 Jahre. Die
meisten von ihnen
wurden verheiratet,
bevor sie 20 waren,
hauptsächlich die
Frauen, und sie haben
vier bis sieben
Kinder. Welcher Unterschied
zu unseren
Ländern im westlichen
Europa!
Ihre Erzählungen ähneln sich: „Wir wohnen
in Dörfern, wo der Buddhismus, vermischt mit
dem Animismus, praktiziert wird. Die Furcht
vor Geistern, das Wirken von Dämonen sowie
Krankheiten waren Teil unseres Alltags.
Als wir Jesus Christus gefunden haben,
durften wir eine große Befreiung erleben,
manchmal sogar begleitet von körperlicher
Heilung. Doch da haben die Schwierigkeiten
für uns begonnen. In den Dörfern ist das
Dorfoberhaupt allgegenwärtig, und wenn
dieser Mann von solchen Veränderungen
erfährt, versucht er auf verschiedene Weise
Druck auf uns auszuüben: er zwingt uns ein
Papier zu unterschreiben, auf dem wir erklären,
dass wir unseren Glauben widerrufen
und zum Animismus zurückkehren, er wirft
uns aus unseren Kirchen heraus, er verpflichtet
uns das Dorf zu verlassen oder denunziert
uns bei der Vereinigung der offiziellen
Laotischen Kirche.“
Sie fügen hinzu: „Oft unterschreiben die
neuen Gläubigen das Dokument, dass
sie zum Animismus zurückkehren, aber
sie praktizieren ihn nicht mehr. Wir brauchen
Unterweisung zur Ermutigung, um
standhaft zu bleiben. Da im Dorf nichts
verborgen bleibt, müssen wir sehr vorsichtig
sein. Das Evangelium kann gepredigt
werden, aber nur von einer Person zu anderen.
Es ist nicht ungewöhnlich, einige Monate,
manchmal sogar mehrere Jahre, im
Gefängnis zu verbringen.“
Die Gemeinde Jesu in Laos braucht unsere
Gebete. (Eric Lecomte)
Bibeln und Bücher
Biblisches Material ist in die Minderheitensprachen
dieser Völker übersetzt, und grundlegende biblische
Lehrprogramme werden angeboten. Doch
ist es nicht leicht, diese Arbeit zu organisieren. Die
verantwortlichen Christen haben sehr viel zu tragen:
viele müssen große Entfernungen zurücklegen,
um abgeschiedene Orte zu erreichen, und es
gibt kaum Transportmöglichkeiten. Sie kümmern
sich nicht nur um die Gemeinden, sondern arbeiten
außerdem auf den Feldern und Höfen. Ihre
Eltern, für die sie auch verantwortlich sind, passen
glücklicherweise auf die Enkelkinder auf.
Zitat
Ein Pastor wurde verurteilt, weil er die Anwesenheit
von 60 Personen bei einer Versammlung zugelassen
hat, obwohl er nur eine Genehmigung für
30 Personen hatte. Er musste wählen zwischen einer
Gefängnisstrafe von drei Monaten oder sechs Monaten:
drei Monate, falls er die Fakten anerkannte,
ansonsten sechs Monate. Er entschied sich dafür,
aufrichtig zu sein. Als er aus dem Gefängnis kam, machte ihm der
verantwortliche Pastor der Region dennoch Vorwürfe
mit den Worten:
„Schließlich hatten sie überhaupt
kein Recht dazu, die Zahl der Personen bei dieser
Versammlung einzuschränken. In den drei Monaten
im Gefängnis hast du nur die Hälfte des Gefängnisses
evangelisieren und zu Jesus Christus führen können.
Wärest du sechs Monate geblieben, hätten sie
alle die gute Nachricht annehmen können!“
Gebetsanliegen
Bitte beten Sie mit:
- für die Bevölkerung, die voller Furcht und ohne
Hoffnung lebt: dass diese Menschen die Freiheit
in Jesus Christus entdecken können,
- für die Bildungsprogramme zur Stärkung der
Christen: dass Gott sie benutzt, sodass diese
Geschwister in der Erkenntnis Jesu Christi wachsen
können und ihrerseits andere lehren und
unterrichten können,
- für Bewahrung: dass Gott die verantwortlichen
Christen beschützt, die das Risiko auf sich nehmen,
ihrem Volk das Evangelium zu bringen.
Eric Lecomte und David Amstutz
www.opendoors-de.org
www.opendoors.ch
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