Bibel-Info Sommer 2006
Editorial

«Wozu wir auch gelangt sein mögen, lasst uns nach derselben Richtschnur
wandeln und dasselbe erstreben!» Philipper 3,16
Das Wort leben...
In der vorliegenden Ausgabe von Bibel-Info finden Sie das Lebensbild
von Pierre Viret. Von dem Trio Calvin, Farel und Viret haben die beiden
Ersteren ihre Zeit durch strenge Disziplin und ihre aussergewöhnlichen
und brillanten Reden gekennzeichnet. Sie haben Spuren in der Geschichte
hinterlassen, die heute im Petit Larousse1 nachzulesen sind…
Die Erinnerung an Pierre Viret dagegen ist verblasst. Seinen Namen findet
man nicht im Lexikon. Doch zu Lebzeiten war er beliebt aufgrund von seiner
Sanftmut und seiner Art, das Wort Gottes zu leben. Viele Männer und Frauen
aus Genf, Lausanne und später aus Südfrankreich, folgten ihm.
Seid aber Täter des Wortes und nicht bloss Hörer, die sich selbst
betrügen. Jak. 1,22
Seit jeher haben wir Mühe damit, dieser Aufforderung zu folgen. Wir tendieren
eher dazu, das Wort zu verteidigen, als es zu leben. Gott wird jedoch
stark genug sein, sein Wort zu verteidigen, ohne dass wir ihm dabei Hilfe
leisten müssten ("Stecke dein Schwert in die Scheide…" Joh. 18,11).
Das vollkommene Gesetz der Freiheit...
Im Gegenteil, Jakobus ermutigt uns im Vers 25 dazu, in das vollkommene
Gesetz der Freiheit, das Gesetz des Evangeliums, hineinzuschauen, damit
wir uns mit Freude daran machen, das Wort in die Tat umzusetzen. Er stimmt
mit Paulus überein, der uns dazu auffordert, dem bösen Tag zu widerstehen,
indem wir mit Eifer vorangehen, "gestiefelt" mit der Bereitschaft für
das Evangelium des Friedens (Eph. 6,15).
Je nach Epoche wurde das Wort vielleicht verschiedenartig ausgelebt. Doch
das, was die Menschen stets motiviert hat, nämlich das vollkommene Gesetz
der Freiheit, verändert sich nicht. Es erinnert uns beständig daran, die
Schwächsten, unseren Nächsten und im Besonderen unsere Geschwister in
Christus zu lieben.
Dass die beiden grossen evangelikalen Verbände der Schweiz, FREOE und
AER, sich vereinen, und in Frankreich die evangelikalen Verbände FEF und
AEF zusammen arbeiten möchten, zeigt, dass die Christen einander schätzen
und sich gegenseitig respektieren. Dies wiederum ist ein starkes Zeugnis
des Evangeliums für die Menschen unserer Zeit.
Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist,
spricht der Herr. (Sach. 4,6)
Die Zeitungen berichten häufig über die evangelikalen Christen und die
Kinder Gottes rücken zusammen. Freuen wir uns! Wir müssen nun der Versuchung
widerstehen, auf unsere Mitgliederzahlen zu schauen, der Versuchung, uns
zu organisieren, um durch Grösse und Kraft beeinflussen zu wollen. Doch
der Geist Jesu Christi wird uns bewahren und Gott wird alles besser führen,
als wie wir es uns ausdenken könnten. Wir müssen unsererseits darauf achten,
die Liebe zu pflegen, die uns vereint. Noch bevor wir das Evangelium weitersagen,
sollte diese Liebe für unsere Mitmenschen ein Zeugnis des gelebten Wortes
sein.
1 Französisches Lexikon
Jean Pierre Bezin
«Open Doors» in Romanel


Pierre Tschanz, Direktor
von Open Doors, beim
Willkommensdrink
Im Januar 2006 hat die Organisation Open Doors («Offene Türen»)
Räume in Romanel bezogen und teilt sich nun das Gebäude in der
Praz-Roussy 4bis mit dem Team des Hauses der Bibel.
Dadurch sind heute alle Büros im Gebäude belegt. Auch wenn die
Aufgabenfelder der beiden Missionsorganisationen recht verschieden sind,
erinnern uns unsere Nachbarn von Open Doors doch an die Fürbitte
für unsere Geschwister in der Ferne, die ihren Glauben unter Schwierigkeiten
und Verfolgungen bekennen.
1955 begann der Holländer Anne van der Bijlt seinen Dienst, der
zur Gründung von Open Doors führte. Er wurde bekannt unter dem
Namen «Bruder Andrew», der «Schmuggler Gottes».
Im Mittelpunkt steht der Dienst an verfolgten oder benachteiligten Christen.
Das Ziel ist, sie in ihrem Glauben zu stärken, damit sie auch in
einer feindlich gesinnten Umwelt das Evangelium verkünden. Diese
Unterstützung gilt christlichen Kirchen aller Bekenntnisse.
- Stärkung der Kirche, des Leibes Christi, wo
sie verfolgt und unterdrückt wird, indem für ihre Bedürfnisse
gesorgt wird: mit Bibeln, Schulungsmaterial, Ausbildungskursen sowohl
sozialer und humanitärer Hilfe.
- Unterstützung der Kirche in unsicheren und
bedrohten Gebieten, um sich auf bevorstehende Verfolgungen vorzubereiten
und Ermutigung, im Dienst der Verkündigung zu bleiben.
- Information der Kirche in der freien Welt und Ermutigung,
sich für die verfolgte Kirche einzusetzen. Der Grundsatz: «Wenn
ein Glied leidet, leiden die anderen Glieder mit.» 1 Kor. 12,26.
Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten von Open Doors:
www.portesouvertes.ch (Schweiz)
www.portesouvertes.fr (Frankreich)
www.opendoors-de.org (Deutschland)
Reformationsmauer in Genf(6)

Pierre Viret (1511-1571)
Geboren in Orbe in der Nähe des Neuenburger Sees, gehörte
Viret einem Trio sehr guter Freunde an, das man auch «Dreifuss»
nannte. Diese drei ergänzten sich hervorragend: Calvin, der gelehrte
Theologe, Farel, der donnernde Prediger und Viret, der durch Sanftmut
überzeugte.
Sein Vater, ein Schneider und «Retondeur », ist so wohlhabend,
dass er seinen Sohn zum Studium nach Paris auf das Collège Montaigu
schicken kann, das auch Erasmus, Calvin und Loyola besuchten. Da Viret
Priester werden will, nimmt er nicht nur sehr motiviert am Unterricht
der Rhetorik teil, sondern studiert auch eifrig die Werke der Kirchenväter
und grossen Denker. Mit grossem Interesse liest er viele Schriften und
lernt dabei das Evangelium besser kennen, von dem ihm bereits sein Lehrer
Marc Romain in Orbe erzählt hatte und das einer seiner Mitstudenten,
Antoine Saunier, fleissig weitersagt. Letzterer wird plötzlich aufgrund
seines Briefkontakts mit Farel verhaftet. In den Papieren, die man bei
ihm findet, taucht auch Virets Name auf. Daher ist Viret in Paris nicht
mehr sicher und kehrt nach Orbe zurück. Es ist Frühjahr 1530.
In seiner Geburtsstadt, in welcher die Kantone Bern und Fribourg gemeinsam
Hoheitsrechte ausüben, führen die reformatorischen Gedanken
zu Unruhen. Abgesehen von einigen Standespersonen, bereitet die Bevölkerung
den Reformatoren einen eher kühlen Empfang.
Am Palmsonntag des Jahres 1531, wird ein grosser Aufruhr angestiftet um
Farel während seiner Predigt zu übertönen. Am nächsten
Tag wird er von einer Gruppe wütender Frauen beschimpft und geschlagen.
Farel, der an solche Zwischenfälle gewöhnt ist, bekümmert
das nicht.
Für ihn ist es vielmehr bedeutsam, dass er am Tag zuvor unter den
Zuhörern zwei junge Menschen bemerkt hat, die von seinem Wort gefesselt
waren. Einer von ihnen ist Pierre Viret, dem er bald sein begonnenes Werk
anvertraut, da er für andere Aufgaben gebraucht wird. Der zurückhaltende
Schüler schreckt vor dieser Aufgabe zurück, da er daran zweifelt,
diese Herausforderung gut meistern zu können. Farel nimmt jedoch
keine Rücksicht auf dessen Zögern. Er spürt, dass dieser
junge Bruder eine echte Berufung hat, lässt ihn alleine und zieht
weiter.
Pierre Viret hält am 6. Mai 1531 seine erste Predigt. Er versteht
es, sich durch seine sanfte Art Anerkennung zu verschaffen. Seine wohlklingende
Stimme überzeugt. Die Zahl der Gläubigen nimmt zu und er freut
sich, auch seine Eltern dazu zählen zu können. Aufgerufen durch
ihren Landsmann, scharen sich die Bewohner des Städchens um das lebendige
Wort. Die Gemeinschaft festigt sich und als Viret weiterzieht, um das
Evangelium in das 40 Kilometer entfernte Payerne zu bringen, wo er die
Nachfolge von Antoine Saunier antritt, stellt er mit Stolz fest, dass
sich die Anzahl der Gläubigen verdreifacht hat; sein Dienst war nicht
umsonst.
In Payerne ist der Kampf gross, da die Mönche der Abtei einen entschiedenen
Widerstand organisieren. Sie sind zu allem bereit, um Viret zu vertreiben.
Man verbietet ihm den Zugang zu Kirchen, so dass er gezwungen ist, in
Häusern und Gasthäusern zu predigen. Eines Tages lauert ein
Priester ausserhalb der Stadt auf ihn, überfällt ihn und verletzt
ihn gefährlich mit dem Schwert.
Kaum von seinen Verletzungen erholt, begleitet er Farel auf dessen Reise
mit einer Berner Delegation nach Genf. Kurz darauf brechen Unruhen aus
und der Plan, die Reformatoren durch Vergiften zu töten, wird geboren.
Gekauft durch Priester, serviert eine Magd eine mit tödlichem Gift
vermischte Speise. Doch nur Viret isst davon und wird schwerkrank. Er
überlebt, behält aber lebenslang eine instabile Gesundheit.
In Orbe, Payerne, Neuchâtel und Lausanne, wo er 22 Jahre bleiben
wird, zeigt sich, dass Viret ein überzeugender Redner ist. So überzeugend,
dass seine Feinde ihre Anstrengungen verdoppeln, um ihn fortzujagen. Ausserdem
wird die Kirche in Lausanne von nicht enden wollenden Konflikten geplagt
und findet nicht zur Ruhe. Es gelingt ihm nicht, eine lebendige Gemeinde
zu gründen. Er gibt seine ganze Kraft und sucht die Auseinandersetzung
mit den politisch Verantwortlichen. Denn wie auch Calvin, hofft er auf
eine grössere Autonomie der Kirche gegenüber dem Staat. Letztlich
wird er aus seinem Amt enthoben und verbannt.
Er kommt zum dritten Mal nach Genf, wo er von den Autoritäten anerkannt
und umsorgt wird. Begeistert hört man ihm zu. Zusammen mit Calvin
bekommt er das Genfer Bürgerrecht verliehen. Als Viret schwer erkrankt,
achtet man darauf, dass kein Lärm in seiner Strasse seine Ruhe stört
und vertraut ihn den besten Ärzten an. Diese verordnen ihm den Aufenthalt
in einem milden Klima, weshalb er nach Südfrankreich abreist.
Im Herbst 1561, in Nîmes, ist er so schwach, dass sich die zahlreichen
Gläubigen, die seinen Predigten folgen, fragen, ob er zum Sterben
gekommen ist. Er wird jedoch an der renommierten medizinischen Fakultät
von Montpellier erfolgreich behandelt. In einem späteren Brief an
die Gläubigen der Stadt dankt er Gott für die Fähigkeiten
der Mediziner und schreibt weiter: «Dankt Gott dafür, dass
er Euch gesegnet hat, indem er Euch gute und treue Prediger geschickt
hat, die Euch das reine Evangelium verkünden und damit die geistliche
Medizin der körperlichen hinzufügen (…).»
Nach dem Massaker der Protestanten in Wassy wütet der Bürgerkrieg
in Frankreich. Viret stellt fest, dass viele jegliche Religion verwerfen
und als Grund dafür, die religiöse Zerrissenheit angeben. Er
führt die Deisten an, die an einen Schöpfergott glauben aber
nichts mit Jesus Christus anfangen können. Viret wird nach Lyon berufen,
das durch die Hugenotten besetzt ist, und die Kriegsereignisse erschüttern
ihn. Er rettet einen Jesuitenpater vor dem Erhängen, der wiederum
später einen Komplott gegen Viret schmiedet, um ihn aus der dann
vom Herzog von Nemours besetzten Stadt zu vertreiben. 1563 verabschiedet
Viret sich mit seiner Familie endgültig von Genf. Er kommt in die
Gegend von Grenoble, dann nach Orange und schliesslich in die südfranzösische
Provinz Béarn nach Pau, womit er einem Ruf von Johanna III., der
Königin von Navarra, folgt. Hier übernimmt er den Vorsitz der
Synoden, festigt die Organistation der Kirche und fördert die Übersetzung
der Psalmen in den Dialekt der Provinz und des Neuen Testaments ins Baskische.
Als erneut ein Bürgerkrieg ausbricht, sucht die Königin Zuflucht
in La Rochelle. Viret bleibt in Pau, das besetzt und eingenommen wird.
Der Katholizismus wird wieder eingeführt, die Prediger verfolgt und
hingeschlachtet. Aber Viret wird gefangen genommen, da er für seine
Gegner lebend wertvoller ist als tot.
Bald wird die Provinz durch den Grafen von Montgomery zurückerorbert,
den Johanna III. sendet und Viret darf einen Dankgottesdienst abhalten.
Ein Hoffnungsschimmer macht sich im Lager der Reformierten breit, die
Provinz Béarn atmet auf. Aber für wie lange? Für ein
halbes Jahrhundert. Der pazifistische Viret erlebt dies nicht mehr. Er
stirbt im Frühjahr 1571. Am Ende seines Lebens ist er tief betrübt
darüber, dass viele seiner Mitbürger «froh sind, vom Joch
des Antichristen befreit zu sein, aber nicht das Joch des Christus tragen
wollen; stattdessen darauf warten, dass man ihnen ein Evangelium ohne
die Notwendigkeit der Busse und der Lebensveränderung predigt ».
Ist es nicht heute noch genauso?
Quelle: La Réforme, vous connaissez? von Gabriel
Mützenberg
René Neuenschwander
Neue Projekte

Das Haus der Bibel im Pays d’Enhaut
In der letzten Ausgabe von Bibel-Info haben wir das Zeugnis von Nicole
André veröffentlicht, die für zwei Jahre ehrenamtlich
im HdB in Genf mitgearbeitet hat. Im April sind Nicole und ihr Mann Pierre
in das 1000 m hoch gelegene, waadtländische Dorf Châteaud’Oex
gezogen, wo Nicole eine neue Buchhandlung des Hauses der Bibel, «La
Cordée» (die Seilschaft) genannt, eröffnet hat. Wir
haben Nicole für Sie interviewt.
Nicole, man kann sagen, dass Du einen aktiven Ruhestand
gewählt hast... Nachdem Du mehrere Jahre ehrenamtlich in anderen
christlichen Buchläden mitgearbeitet hast, hast Du nun einen eigenen
Buchladen. Kannst Du uns sagen, was Dich dazu bewegt hat, ein Haus der
Bibel in Château-d’Oex, mitten in den Bergen, zu eröffnen?
Zunächst die Überzeugung, dass der Herr mich berufen hatte.
Dies war begleitet von meinem Wunsch, Seine Liebe und Sein Wirken in meinem
Leben, zu bezeugen. Ausserdem gab es bislang keinen christlichen Buchladen
im Pays d’Enhaut.
«La Cordée», ein Name, der sehr gut
zu einem alpinen Dorf passt... Woher kommt diese Idee und was bedeutet
dieser Name für Dich?
Klettern ist absolut nicht meine Leidenschaft. Aber der Gedanke, an den
«Ersten der Seilschaft» angeseilt zu sein, hat mich dazu ermutigt,
dieses Abenteuer zu wagen. Ausserdem fühle ich mich mit meinen «Kameraden
der Seilschaft» verbunden, den Mitarbeitern des Hauses der Bibel
und meinen Freunden der evangelikalen Buchläden.
Es erinnert mich daran, meine Augen empor zu heben, zu den Bergen, woher
meine Hilfe kommt, wie ja auch der Psalm 121 sagt.
Welchen Empfang haben Dir die Dorfbewohner und die Gläubigen
aus der Umgebung bereitet?
Die meisten Geschäftsleute haben diesen neuen Laden in der Grand-Rue
positiv aufgenommen. Ein neues Geschäft mit einem bunten Schaufenster
zieht Blicke an… und vielleicht neue Kunden ins Dorf! Wir haben
keine einzige negative Bemerkung gehört.
Welches Sortiment findet man im Haus der Bibel in Château-d’Oex?
Zunächst eine grosse Auswahl an Bibeln, denn wir möchten gerne
weitergeben, dass die Bibel das einzige Wort Gottes ist. Dann bieten wir
natürlich alle Bücher an, die das Haus der Bibel herausgibt
und daneben auch Bücher anderer evangelikaler Verlage. Wir haben
auch DVDs, CDs, Postkarten, Kugelschreiber, Spiele…und eine grosse
Auswahl für Kinder.
Konntest Du schon interessante Gespräche über
den Glauben führen? Vielleicht kannst Du uns an einem oder zwei Erlebnissen
teilhaben lassen?
Ja, natürlich. Viele Menschen kommen, um einfach zu schauen und
zu reden.
Mich berührt vor allem das Interesse der Kinder. Einige kommen nach
der Schule vorbei und fragen nach Videos über Jesus oder nach biblischen
Spielen.
Eines Tages kam ein Kind herein, strahlte und erzählte mir, dass
es in der Schule den Film Jesus für Kinder erzählt gesehen habe.
Ausserdem fügte es an: «Wissen Sie, meine Lehrerin hat die
DVD bei ihnen gekauft und der Film hat mir sehr gut gefallen!» Wenn
ich von Zeit zu Zeit mit diesem Kind spreche, spüre ich ein lebhaftes
Interesse, was mich sehr zum Zeugnisgeben ermutigt.
Ein anderes Mal kam eine Frau, kaufte die Broschüre über Edelsteine1
und sagte zu mir: «Ich lebe meine Spiritualität jeden Tag.
Ausserdem arbeite ich in der Edelsteinkunde und daher interessiert mich
dieses Buch.» Bevor sie ging, konnte ich ihr noch einen Gute Saat-Kalender
mitgeben.
Am 22. April, knapp einen Monat nach der Eröffnung,
fand die offizielle Einweihungsfeier des Buchladens statt. Was stand an
diesem Tag auf dem Programm?
Nach einer kurzen Begrüssung stellte unser Direktor, Jean-Pierre
Bezin, in kurzen Worten den Auftrag des Hauses der Bibel vor. Anschliessend
zog die Theatergruppe «Etincelle» unsere Aufmerksamkeit auf
sich und berührte unsere Herzen durch evangelistische Anspiele. Weiterhin
hatten wir als Redner Carlo Brugnoli aus unserer Heimat Lausanne eingeladen,
der eine Reihe sehr aufbauender und praktischer Büchlein geschrieben
hat, die sehr zu empfehlen sind. Von einem persönlichen Zeugnis ausgehend,
ermutigte er uns in dieser Arbeit. Er machte uns bewusst, dass dieser
kleine Buchladen in diesem kleinen Dorf, ein Segen sein kann, indem wir
kleine Samenkörner aussäen, die Gott wachsen und zu grossen
Pflanzen mit vielen Früchten werden lassen kann. Nach einem kurzen
geselligen Moment mit Imbiss, begleitete uns Carlo Brugnoli zum Buchladen,
um seine Bücher zu signieren… Dabei hatte natürlich auch
jeder Besucher die Möglichkeit, den Buchladen zu besichtigen!
Könntest Du uns zum Schluss noch die Öffnungszeiten
von La Cordée nennen?
La Cordée ist montags nachmittags von 15h00 bis 18h30 geöffnet,
dienstags, donnerstags und freitags von 10h00 bis 12h30 und 15h00 bis
18h30, und samstags von 10h00 bis 12h00 und 14h00 bis 16h00. Mittwochs
ist geschlossen.
Vielen Dank, Nicole, dass Du Dir die Zeit genommen hast,
unsere Fragen zu beantworten!
1 Broschüre, in der die wichtigsten Edelsteine
kurz beschrieben werden, sowie deren Vorkommen in der Bibel; kann gut
für evangelistische Zwecke weitergegeben werden.
Das Interview führte Olivia Festal
Kurzporträt Ehrenamtliche

Stellen frei!
Ich heisse Erika und arbeite seit 2 Jahren im Haus der Bibel in Turin.
Die Arbeit bereitet mir sehr viel Freude, so viel Freude, dass es schwierig
ist, diese in einem kurzen Zeugnis zum Ausdruck zu bringen. Aber ich hoffe,
dass ich Sie durch diese wenigen Zeilen, zu diesem Dienst für den
Herrn motivieren kann.
Unser Gott ist gross und er kennt die Herzen seiner Kinder. Er kann uns
in jeder Situation und in jedem Bereich unseres Lebens seinen Frieden
schenken.
Ich kann bezeugen, dass mich die Mitarbeit in einem Haus der Bibel, wo
ich mit vielen Geschwistern zusammenarbeite, sehr ermutigt hat. Mir wurde
bewusst, dass diese Arbeit wertvoll ist, und dass es um viel mehr geht,
als um das Versenden eines Buches oder Katalogs: Es geht darum, Menschen
das Wort Gottes nahe zu bringen und es zu Seiner Ehre auszusäen.
Da es mir ein Herzensanliegen ist, für Christus wirksam zu sein,
mache ich diese Arbeit so gerne.
Der Herr hat mir im Buchladen schon viele Gelegenheiten geschenkt, um
meinen Glauben an Ihn zu bezeugen. Mehrmals wurde ich bereits mit religiöser
Tradition konfrontiert, die viele Menschen verblendet und verhindert,
dass sie Gottes Liebe erkennen, die so einfach und so wunderbar ist.
Einmal sagte jemand zu mir: «Es freut mich, eine Bibel zu haben.
Aber verlangen sie nicht von mir, diese zu lesen… das ist zu schwierig!
Ich verstehe nicht, was darin steht! Nur solche, die lange genug studiert
haben, verstehen was von der Interpretation der Bibel. Wahrscheinlich
bin ich nicht dazu bestimmt, ihre Botschaft zu begreifen…»
Ausserdem habe ich solche Aussagen gehört: «Ich würde
gerne eine Bibel verschenken anlässlich einer Taufe. Ich weiss, dass
das wichtig ist... Aber ich glaube nicht an das, was darin steht…»
Oft habe ich mich gefragt: Wofür kauft man eine Bibel, wenn man Gottes
Wort gar nicht hören will? Später wurde mir bewusst, dass es
nicht ganz richtig ist, so zu fragen… Ich begriff, dass der Herr
einen Plan für jeden hat und dass er genau weiss, was er tut. Er
kennt den richtigen Moment, um Herzen zu berühren. Dieser Mann, der
eine Bibel kaufte, bloss um sie zu seinen anderen Büchern ins Regal
zu stellen, wird sich vielleicht eines Tages gedrängt fühlen,
seine verstaubte Bibel in die Hand zu nehmen und zu öffnen. Vielleicht
wird er in einer schwierigen Lebensphase bei Dem Hilfe suchen, den er
bis dahin ignoriert hatte.
Die letzten beiden Jahre meiner Mitarbeit im Haus der Bibel waren für
mich sehr wertvoll und haben mir geholfen, im Glauben und in meiner Beziehung
zum Herrn zu wachsen. Durch die Liebe und das Vertrauen meiner Geschwister
bin ich sehr zufrieden und glücklich in diesem Dienst für den
Herrn, und ich werde immer wieder ermutigt, meinen Lauf zum himmlischen
Ziel treu fortzusetzen. Es gibt noch sehr viel zu tun für den Herrn
und genügend «freie Stellen» für alle, die sich
einsetzen möchten! Das Zeugnis derer, die unserem Gott dienen und
ihm ihre Zeit und Kraft zur Verfügung stellen, ist ein Segen für
Turin.
Wo auch immer Sie sind, was auch immer Sie arbeiten: Ich möchte Sie,
lieber Bruder und liebe Schwester, ermutigen. Wenn Sie es auf dem Herzen
haben, dem Herrn zu dienen, wird Er Ihren Wunsch sehen und Ihnen eine
Möglichkeit zeigen, wie Sie Ihre Fähigkeiten und Ihre Zeit für
Sein Reich einsetzen, und damit in seinem Werk nützlich sein können.
Gott segne Sie!
Erika Anzivino
Stiftung Genfer Bibelgesellschaft

Geschäftsbericht 2005
Auch in diesem Jahr hat die Genfer Bibelgesellschaft viel Unterstützung
erhalten, was uns sehr ermutigt hat.
Der Rückgang der Spenden um 10 % im Vergleich zum Vorjahr, erklärt
sich vor allem durch einzelne hohe Spenden, die zweckgebunden für
Übersetzungen gegeben wurden, die mittlerweile fast abgeschlossen
sind.
Spenden an den Verlagsfonds werden für die Übersetzung und Herausgabe
von Bibeln in den folgenden Sprachen eingesetzt:
Folgende Bibeln sind in Produktion
Italienisch: Die Thompson Studienbibel mit der Bibelübersetzung
Nuova Riveduta wurde kürzlich gedruckt und die MacArthur Studienbibel
soll im Herbst 2007 erscheinen, rechtzeitig zur Konferenz Focus1,
die alljährlich in Italien stattfindet.
Deutsch: Die Fertigstellung des NT der NGÜ ist für
2008 vorgesehen. Noch in diesem Jahr werden wir einen Partner für
die Übersetzung des Alten Testaments bekannt geben.
Französisch: 2008 soll die Revision der Segond 21
fertig gestellt werden. Es ist vorgesehen, dass unter anderem eine Version
mit den Anmerkungen «Vie Nouvelle» (entspricht der englischen
«Life Application») herausgegeben wird. Die Übersetzung
der MacArthur Studienbibel mit der Revidierten Ausgabe der NEG79, ist
für diesen Herbst geplant, und soll am 26. September durch John MacArthur
in der Kathedrale von Genf eingeführt werden.
Auch 2006 möchten wir verstärkt neue Buchläden fördern,
sowie die Verbreitung des Wortes Gottes in Afrika.
1 Zu dieser Konferenz ist J. MacArthur als Redner eingeladen.
1Conférence dont J. MacArthur est l’orateur.
Jean Pierre Bezin
Produktion der Heiligen Schrift (in Zahlen)
Stiftung Genfer
Bibelgesellschaft

Betriebsrechnung 2005
|
|
Verfügbar per 1 janv.05 |
Spenden 2005 |
Ausgaben 2005 |
Saldo 31.12.05 |
Übertrag auf 2006 |
I - Verlagsfonds für die Heilige
Schrift |
|
Vorschuss für die Produktion
|
297 677 |
62 316 |
|
|
359 993 |
|
Allgemeine Spenden
|
|
380 748 |
|
|
|
|
Ausgaben
|
|
|
329 685 |
|
|
|
Subventionen und Gratisverteilung
|
|
Deutsche, französische und italienische Bibeln
|
|
|
87 067 |
-87 067 |
|
|
Bibelaktion für Afrika und Übersee
|
68 933 |
19 303 |
13 053 |
|
75 182 |
|
Weitere Subventionen
|
|
|
|
7 400 |
-7 400 |
|
Heilige Schrift
|
|
Bibelrevision Nouvelle Segond
|
|
21 983 |
32 552 |
-10 568 |
|
|
Bibelübersetzung franz. Studienbibel Vie
Nouvelle
|
|
|
9 578 |
-9 578 |
|
|
Bibelübersetzung franz. Studienbibel MacArthur
|
120 909 |
1 000 |
53 171 |
|
68 738 |
|
Bibelübersetzung ital. Studienbibel MacArthur
|
70 474 |
|
17 594 |
|
52880 |
|
Bibelübersetzung in Deutsch NGÜ
|
|
185 298 |
226 448 |
-41 150 |
|
|
Bibelrevision in Deutsch Schlachter
|
250 |
1 050 |
|
|
1 300 |
|
Bibelübersetzung ital.Thompson
|
12 197 |
22 000 |
75 534 |
-41 337 |
|
|
Herausgabe Scofield-Bibel, ital.
|
1 500 |
|
|
|
1 500 |
|
Andere Projekte des Verlagsfonds
|
|
Andere Projekte (geogr. Karten, Digitaliserung
von Bibeltexten, usw)
|
|
|
3 627 |
-3 627 |
|
|
Information & Beratung
|
|
Bulletin Bibel-Info
|
|
|
74 757 |
-74 757 |
|
|
Lesekomittee
|
|
|
19 845 |
-19 845 |
|
|
Verwaltungskosten
|
|
Betriebskosten & Diverses
|
|
|
33 960 |
-33 960 |
|
|
Kosten für Treuhänder
|
|
|
395 |
-395 |
|
|
Gesamt Verlagsfonds
|
274 263 |
631 381 |
654 981 |
-329 685 |
250 663 |
II - Ausserhalb des Verlagsfonds |
|
Unterstützung der Elfenbeinküste
|
6 193 |
600 |
|
6 793 |
6 793 |
|
Unterstützung von anderen HdB
|
17 897 |
56 100 |
25 000 |
48 997 |
48 997 |
|
Treffpunkt «La Boussole», Genf
|
19 874 |
18 658 |
22 503 |
16 029 |
16 029 |
|
Eröffnung von Buchhandlungen
|
|
11 119 |
7 279 |
3 840 |
3 840 |
|
Persönliche Unterstützung für Missionare
|
|
45 800 |
45 800 |
0 |
0 |
|
Diverse Projekte
|
|
20 250 |
250 |
20 000 |
20 000 |
|
Gesamt ausserhalb des Verlagsfonds
|
43 964 |
152 527 |
100 833 |
0 |
95 658 |
|
Kursgewinn
|
|
11253 |
|
|
|
Gesamt Spenden und Ausgaben |
615 904 |
795 161 |
755 814 |
0 |
655 251 |
Die Buchhaltung der Bibelgesellschaft ist von Gabriel
Rochat, Treuhänder BfB SOFIROM fiduciaire, Lausanne, überprüft
und in Ordnung
befunden worden.
Verlagsfonds der Heiligen Schrift
Aufteilung der Ausgaben 2005 (in CHF)
|
Herausgabe der Heiligen
Schrift (Übersetzung & Satz)
|
418 504 |
64% |
|
Subventionen &
Gratisverteilung
|
107 520 |
16% |
|
Information &
Beratung
|
94 602 |
15% |
|
Verwaltungskosten
|
34 355 |
5% |
Gesamt |
654 981 |
100% |
Entwicklung der Gaben 2005 (in
kCHF)
| |
2003 |
2004 |
2005 |
|
Verlagsfonds
|
751 |
762 |
634 |
|
Andere Gaben
|
72 |
114 |
152 |
Gesamt |
824 |
876 |
786 |
Buchbesprechung

Evangelisieren durch Beziehungen
Freunde hatten mir begeistert von diesem Buch erzählt und meine
Neugierde war geweckt. Evangelisieren in meinem Umfeld? Klar, das ist
mir ein grosses Anliegen und dazu ausgerüstet werden? Dringend nötig!
Der Titel verspricht, dass mir hier wertvolle praktische Werkzeuge an
die Hand gegeben werden, um eine bessere Evangelistin zu werden.
In der Einleitung erfahre ich, dass es zunächst um eine gute Basis
geht: «Im ersten Teil werden die biblischen Grundlagen untersucht
(…) deswegen wird dieser Abschnitt theoretischer sein (…)».
Ja, er ist theoretisch. Aber überhaupt nicht trocken. Der Stil ist
angenehm. Inhaltlich trifft man etwa auf eine sehr gut verständliche
Beschreibung des Reiches Gottes. Die Autoren möchten dadurch verdeutlichen,
dass es für jeden, der Menschen zu Jesus führen möchte,
von grosser Bedeutung ist, die Regeln des Reiches Gottes zu kennen, um
diese leben zu können.
Ab dem zweiten Teil wird es praktisch. Hier werden zunächst treffend
die üblichen Hindernisse des Missionierens «diagnostiziert
», wie beispielsweise unsere Ängste oder Unzulänglichkeiten.
Die Autoren geben Hilfen an, wie man diese Hindernisse überwinden
kann und geben damit einen Vorgeschmack auf die ganz hervorragenden praktischen
Tipps, die im dritten und vierten Teil des Buches beschrieben werden.
Insbesondere diese beiden Teile machen dieses Buch, meiner Einschätzung
nach, zu einem wichtigen Werk in unserer evangelikalen Welt, wo man sehr
wohl weiss, wie man sich in seinem christlichen Umfeld zu verhalten hat.
Aber mit dem Kontakt zur Aussenwelt tun wir uns nicht selten schwer, oder?
Die Autoren schreiben im Vorwort, dass sie darauf hoffen, dass der Leser
das Buch aus der Hand legt mit dem Kommentar: «Ist das alles, was
ich tun muss? Das kann ich schaffen!» Ich glaube, sie haben ihr
Ziel erreicht. Mit einer Ausnahme: Es kann wohl nicht jeder (aber sicher
mehr Christen, als man glaubt) einen Bibelkreis ins Leben rufen. Aber
darüber hinaus werden viele wertvolle und einfache Tipps präsentiert,
die wirklich jeder umsetzen kann: es geht etwa um eine freundliche Begrüssung
oder eine gute Kommunikation und die Frage, wie man seine Mitmenschen
neugierig macht. Ein Kapitel ist auch dem Gebet gewidmet, da natürlich
keine noch so gute Methode einen Menschen retten wird! Eines der letzten
Kapitel trägt den Titel «Bei der neuen Geburt helfen».
Dieser sehr praktische Teil des Buches wird durch Beispiele aus dem «echten»
Leben äusserst lebendig und ist sehr leicht lesbar.
Unseren noch nicht gläubigen Mitmenschen zuliebe, möchte ich
jeden ermutigen, dieses überaus hilfreiche Buch zu lesen –
um «den Insidern ein Insider zu werden»!
Kerstin Ammon
Das HdB auf
«Swisseglise»

Volle Hallen, zufriedene und interessierte Besucher – die erste
Kirchenmesse der Schweiz stiess auf eine grosse Resonanz. Mit einem kleinen
aber prallvollen Stand waren wir gespannt auf diese neue Messe: Was erwartet
uns? Werden an diesen drei Tagen viele Besucher kommen? Mit welchen Erwartungen
kommen sie zur Messe? Was können wir anbieten? Was ist unser Ziel
als Haus der Bibel?
Zusammen mit dem Verkaufsleiter Stefan Waldmann erarbeiteten wir das Konzept,
eine Version der Schlachter 2000 und die NGÜ Teilausgabe 2003 exklusiv
und einmalig an die Messebesucher zu verschenken. So schleppten wir 600
Bibeln an unseren Stand. Neben dem Kalender- Restverkauf präsentierten
wir eine Anzahl top-aktueller christlicher Bücher und DVDs zum Thema
«Religion oder Glaube», «Evolution oder Schöpfung»,
«Prophetie» und «Wer ist Jesus Christus». Mit
Erstaunen stellten wir fest, dass unser Stand der einzige war, der christliche
Sachbücher und Bibeln anbot!
Möge unser HERR Jesus Christus sein Wort in die Herzen der Leser
legen und lebendig machen.
Gott schenkte uns einen guten Standplatz, der sehr gut frequentiert
war. So hatten unsere beiden Praktikantinnen Corina Blatter und Mirjam
Moosmann sowie ich als verantwortlicher Leiter ständig alle Hände
voll zu tun. Das Publikum war bunt gemischt aus bekennenden Christen und
auch aus Menschen aus der Landeskirche. Unser Angebot stiess auf ein gutes
bis sehr gutes Interesse. Die Besucher waren erstaunt und erfreut über
das Gratisangebot der Bibel. Vielen konnten wir das Projekt der NGÜ
nahe bringen und trafen dabei immer wieder auf Interesse und Dankbarkeit.
Häufig wurden wir auch gefragt, wann das Neue Testament der NGÜ
erscheinen werde. Mich erstaunt immer wieder, wie viele Leute sehnlichst
dieses NT erwarten!
Rückblickend können wir sagen, dass die Messe ein Erfolg war.
Wir verteilten rund 520 Bibeln und verkauften etliche der Kalender, Bücher
und DVDs unter den 7000 Besuchern. Möge unser HERR Jesus Christus
sein Wort in die Herzen der Leser legen und lebendig machen. Wir sind
dankbar, dass alles sehr gut abgelaufen ist. Sollte es zu einer zweiten
Auflage dieser Messe kommen, werden wir bestimmt wieder daran teilnehmen
– so der HERR es will.
Kurt Zellweger
Aus der Werkstatt des Übersetzers

Poetische Texte
Beispiel: Römer 16, 25-27
Formale Aspekte haben hier grösseres Gewicht als bei Prosatexten;
sie machen das Besondere der Poesie aus. Der Leser rechnet deshalb auch
mit einem höheren Verstehensaufwand.
Die Doxologie von Römer 16,25-27, hat hymnischen (und daher poetischen)
Charakter. Entscheidend ist, dass sämtliche Propositionen Gott zugeordnet
sind; die Lehraussagen sollen nicht (in erster Linie) informieren, sondern
Gottes Grösse herausstellen.
Im Griechischen stellen die drei Verse ein einziges überlanges Satzgebilde
dar (siehe Rev. Elberfelder). Zerlegt man es (um der leichteren Lesbarkeit
willen) in voneinander isolierte Einzelaussagen (so z. B. GNB und Hfa),
ändert sich der Charakter des Textes. Aus einer Doxologie wird eine
kurzgefasste Dogmatik. Neben die Aussagen über Gott gesellen sich
Aussagen über das Evangelium, den Heilsplan, die Propheten u. ä.
Eine Möglichkeit, den einsätzigen Aufbau im Deutschen beizubehalten,
ist der von der NGÜ gewählte Weg: strophische Gliederung mit
mehrmaligem Rückbezug auf Gott. Mit diesem Kunstgriff gelingt es,
sowohl den inhaltlichen als auch den formalen Aspekten dieses grossartigen
Stückes «Poesie» gerecht zu werden.
| Revidierte Elberfelder |
Gute Nachricht Bibel |
Neue Genfer Übersetzung |
|
Dem aber, der euch zu stärken vermag nach meinem Evangelium
und der Predigt von Jesus Christus, nach der Offenbarung des Geheimnisses,
das ewige Zeiten hindurch verschwiegen war, jetzt aber offenbart
und durch prophetische Schriften nach Befehl des ewigen Gottes zum
Glaubensgehorsam an alle Nationen bekanntgemacht worden ist, dem
allein weisen Gott durch Jesus Christus, ihm sei die Herrlichkeit
in Ewigkeit!
Amen.
|
Preis und Dank sei Gott!
Er hat die Macht, euch in eurem Glaubensstand zu festigen.
So bezeugt es die Gute Nachricht, die ich verkünde, die Botschaft
von Jesus Christus.
Sie offenbart den geheimen Plan, der seit Urzeiten verborgen gehalten,
jetzt aber enthüllt worden ist. Auf Befehl des ewigen Gottes
ist er in prophetischen Schriften bekanntgemacht worden,
damit alle Völker sich Gott im Gehorsam unterstellen und ihm
vertrauen.
Ihm, dem allein weisen Gott, gehört alle Ehre durch Jesus Christus
für immer und ewig! Amen.
|
Dem Gott, der die Macht hat, euch in eurem Glauben zu festigen
durch das Evangelium, die Botschaft von Jesus Christus, die mir
anvertraut ist,
dem Gott, der uns in dieser Botschaft seinen Plan mitgeteilt hat,
ein seit undenklichen Zeiten verborgen gehaltenes Geheimnis,
dem ewigen Gott, der dieses Geheimnis jetzt enthüllt hat und
in dessen Auftrag es anhand der prophetischen Worte der Schrift
allen Völkern bekannt gemacht worden ist, damit sie das Evangelium
annehmen und an Jesus glauben –
diesem Gott, der allein weise ist und den wir durch Jesus Christus
preisen, gebührt die Ehre für immer und ewig. Amen.
|
Andreas Symank
Aus unserer Korrespondenz

In der letzten Ausgabe baten wir unsere Leser um die Beantwortung
einiger Fragen. Wir möchten allen danken, die sich die Zeit genommen
haben, uns Ihre Meinung mitzuteilen. Wir danken für die vielen Mut
machenden Worte und für die wertvollen Anregungen. Im Folgenden möchten
wir ein paar Auszüge aus der eingegangenen Korrespondenz veröffentlichen.
Frankreich
Vielen Dank für diese gute christliche Zeitschrift, die im Glauben
stärkt und zum Evangelisieren ermutigt!
Anonym
Schweiz
Ich finde Ihre Artikel aufbauend und interessant. Meine bevorzugten
Rubriken sind: Reformatoren, Aus der Werkstatt des Übersetzers und
Versteckte Wörter. Eine Bemerkung: Viele christliche Zeitschriften
und Infobriefe aus christlichen Werken wandern aufgrund von Zeitmangel
sofort in den Papierkorb: Bibel-Info nie!!
A. B.
Die Artikel von Bibel-Info sind aufbauend und interessant. Ich hätte
folgende Verbesserungsvorschläge: Erhöhen der Häufigkeit
der Erscheinungsweise, wenn das finanziell möglich ist. Es sollten
mehr Artikel über neue Bücher enthalten sein. Sie könnten
ein paar ganz kurze erbauende Artikel veröffentlichen; kein theologisches
«Blabla», sondern Ermutigungen für solche, die mitten
im Leben stehen. Ein herzliches Dankeschön für Ihr Interesse
und Ihren wertvollen Dienst.
C. S., Plan-les-Ouates
Ich finde Bibel-Info ansprechend. Meistens lese ich alles durch, weil
die Artikel kurz gehalten sind und Bibel-Info dünn ist (wir bekommen
viele Missionsberichte, etc, was viel Zeit in Anspruch nimmt). Meine bevorzugte
Rubrik: Persönliche Berichte von Mitarbeitern und Reformatoren. Gottes
reichen Segen für Ihre Arbeit und bleibt weiterhin an IHM!
R. W., Obfelden
Ich finde Ihre Artikel erbauend und interessant. Meine bevorzugte Rubrik
war in den letzten Ausgaben die «Reformationsmauer in Genf».
Genauso gerne lese ich die Korrespondenz der Leser, die Erläuterungen
zur Übersetzung und Zeugnisse. Gott segne Sie in Jesus Christus und
möge Sein Wort in die ganze Welt verbreitet werden!
Anonym
Luxemburg
Die Artikel des Info-Blattes sind erbauend und interessant. Wir lesen
es mit Freude, weil die Liebe zu Gottes Wort und der Wunsch, andere dazu
zu bringen, es zu lesen, sehr gut vermittelt werden. Es ist ansteckend,
um selber weiter zu machen und auch hier Menschen zum Bibellesen zu ermutigen.
E. W., Gonderange
Deutschland
Die Artikel sind erbaulich und interessant, manchmal durchschnittlich.
Die von mir bevorzugte Rubrik: Kirchengeschichte, Zeugnisse der Mitarbeiter,
Stand der Bibelübersetzungen, Übersetzungsprobleme bzw. -lösungen.
Eine weitere Bemerkung: Ich finde es störend, wenn in den Titeln
einzelne Buchstaben mit anderen Farben gedruckt werden, für die Augen
sind sie beunruhigend. Mit herzlichen Segenswünschen grüsse
ich Sie,
A. K., Stuttgart
Gebetsplan

Nancy
Gebetsanliegen: Stand auf der Internationalen Messe
in Nancy vom 2.-12. Juni, auf dem regionalen Treffen der FEF (Verbund
evangelikaler Gemeinden in Frankreich) am 25. Juni, und Bücherverkauf
auf einer Bibelausstellung in Belgien. – Der Verkauf, der in diesem
Frühjahr schwach war. Wir hoffen, dass der Wunsch, das Wort Gottes
zu lesen und weiterzugeben, mit der Rückkehr des freundlichen Wetters
zunehmen wird.
Antananarivo (Madagaskar)
Dank: Die Menschen, die uns bei der Finanzierung der
Miete unterstützt haben. – Gebetsanliegen:
Dass der Buchladen unser Land beeinflussen wird. – Die Rückzahlung
der Kosten, die bei der Einrichtung des Buchladens entstanden sind. –
Der Transport der Bücher aus Europa. Wir sind dabei, den besten Transportweg
herauszufinden, damit Bestellungen nicht zu spät eintreffen.
Château-d’Oex
Dank: Der wohlwollende Empfang durch die Geschäftsinhaber
und die Gemeindeverwaltung. – Die Unterstützung durch das HdB
in Romanel. – Gebetsanliegen: Dass Gott uns seine
Kraft und Weisheit schenkt, damit das Zeugnis des Buchladens eine Botschaft
des Friedens und der Liebe vermittelt. – Die Kontakte mit den verschiedenen
Gemeinden des Pays d’Enhaut und des Saanenlandes. – Die Auswirkungen
der Einweihungsfeier, die am 22. April stattfand; dass die weitergegebene
Botschaft die Herzen berührt.
Haguenau
Dank: Für Francis Sene, der seit Januar die Leitung
des Buchladens übernommen hat. – Gebetsanliegen:
Dass der Herr Francis in seiner neuen Aufgabe hilft und ihm viel Freude
in seinem Dienst schenkt. – Gute Integration in unserem Team, das
nur aus Ehrenamtlichen besteht. – Einheit im Team und eine gemeinsame
Vision in Bezug auf die Aufgaben und Ziele, die wir erreichen möchten.
– Die verschiedenen Gelegenheiten, wo wir einen Bücherstand
geplant haben. – Der Einfluss des Buchladens in der Region und die
Beziehungen zu den Gemeinden in der Umgebung.
Romanel
Dank: Für die Thompson Studienbibel auf Italienisch,
die nach mehreren Jahren Arbeit kürzlich gedruckt wurde. Wir sind
sehr dankbar dafür und hoffen, dass sie für viele Menschen in
Italien zum Segen wird. – Tony Anthony, Autor von Den Tiger zähmen,
konnte Ende April in mehreren Vorträgen sein Zeugnis weitergeben.
– Gebetsanliegen: Die Fertigstellung des Manuskripts
der MacArthur Studienbibel in Französisch, die im Sommer gedruckt
werden soll; dass die Produktion ohne Mängel und rechtzeitig zum
Besuch von John MacArthur im September abgeschlossen werden kann.
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