Nach dem Artikel über das Hilfsprojekt für Straßenkinder in Ägypten, der im
letzten Bibel-Info erschien, möchten wir in dieser Ausgabe Peter Ramseyer zu
Wort kommen lassen. Bis Ende des Jahres 2007 war er Mitarbeiter im Haus der
Bibel; außerdem setzt er sich für eine Missionsarbeit in Kamerun ein.
Kamerun ist ein Land von außergewöhnlicher Schönheit, und die Menschen sind
sehr gastfreundlich. Heutzutage wohnen
240 Volksstämme mit 150 verschiedenen Sprachen dort! Dieses Land ist vier
Jahre lang unser Gastland gewesen. Im
März 1993 kamen wir in die Hauptstadt
Yaoundé. Wir waren von der Missionsgesellschaft „Mitternachtsruf“ ausgesandt worden, und hatten vor, in Zusammenarbeit mit allen evangelisch ausgerichteten Gemeinden dort Strukturen
zu schaffen für die Evangelisation und
die Erbauung der Gläubigen durch Bibeln und christliche Bücher.
Wir waren die einzigen Ausländer in diesem Projekt, und standen einer Kultur und
einer Lebensweise gegenüber, die sich
stark unterschied von dem, was wir gewohnt waren; dadurch war der Einstieg
nicht leicht. Wir erlebten viele Höhen und
Tiefen. Doch als wir an einen Punkt kamen,
an dem wir das Handtuch werfen wollten,
schenkte der Herr es, dass wir afrikanische Geschwister kennen lernen durften,
die uns Mut machten, weiterzumachen.
Die Zusammenarbeit mit ihnen war eine
wunderbare Erfahrung! Wir waren mit der
Vorstellung gekommen, den Menschen in
Kamerun etwas bringen zu können. Aber
im Gegenteil waren es diese afrikanischen
Geschwister, vor allem die Familie Babola,
die uns ermutigten und uns wertvolle Ratschläge gaben! Als Familie Babola im Jahr
1996 ganz plötzlich ihre Wohnung räumen
musste, konnten wir sie eine Zeit lang bei
uns beherbergen. Während dieser Zeit
haben wir gemeinsam die Zukunft dieses
Dienstes in Kamerun ausgearbeitet. Mit
ihnen zusammen haben wir eine Wohnung in der Nähe des Stadtzentrums von
Yaoundé angemietet und das Werk „Beth
Schalom Kamerun“ ins Leben gerufen,
dessen Leitung Richard und Lydie Babola
übernahmen. Im März 1997 sind wir in die
Schweiz zurückgekehrt. Diese Zeit in Kamerun war für uns sehr wertvoll; wir haben dort
wirklich viel gelernt, und der Herr hat sich
uns in außergewöhnlicher Weise gezeigt.
Seither konnte ich noch dreimal für jeweils
eine Woche dorthin zurückkehren.
Wie arbeitet „Beth Schalom
Kamerun“?
Das Ziel von „Beth Schalom“ ist es, die gute
Botschaft weiter zu sagen und den Christen Mut zu machen, dem Herrn treu zu
bleiben. Dies alles geschieht hauptsächlich durch Bibeln und Bücher, durch audiovisuelle Hilfsmittel, durch die Radioarbeit
(Sendung sonntags um 23:00 Uhr auf den
Frequenzen von Radio Bonne Nouvelle in
Yaoundé – FM 97,7 MHz) und durch Seelsorge.
Durch eine Mediathek sowie den Kommissionsverkauf von Bibeln und christlicher
Literatur, unterstützt durch das Werk „Mitternachtsruf“ aus der Schweiz, können
die nötigen Mittel für diesen Dienst aufgebracht werden. Außerdem bietet „Beth
Schalom“ Büchereien, wo man lesen, aber
sich auch über aktuelle Themen des Glaubens unterhalten kann.
Heute haben wir fast 15 Außenstellen in
Kamerun selbst, und die Arbeit wird nun
auf andere Länder Afrikas ausgeweitet.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung. Falls
Sie Bibeln oder gute gebrauchte (oder
neue) Bücher in französischer Sprache haben, können Sie sie uns gerne schicken!
Peter und Christine Ramseyer
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